Kinderzahnheilkunde2018-05-27T09:40:30+00:00

Unsere Kinderabteilung – Eine Erlebniswelt zum Wohlfühlen

Eine fachgerechte und zugleich einfühlsame Versorgung unserer kleinsten Patienten liegt uns sehr am Herzen.

Die kindliche Psyche kann knifflig sein und in der Zahnarztpraxis sollte ihr mit besonderer Sorgfalt begegnet werden. Das beginnt bereits im Elternhaus. Falls Sie bewusste oder auch unbewusste Zahnarztängste haben, können sich diese schon vorab auf Ihr Kind übertragen. Daher bitten wir Sie, den anstehenden Zahnarztbesuch nicht übertrieben stark zu thematisieren oder zu viel zu erklären. Überlassen Sie das getrost uns. Oftmals ist es in solchen Fällen sogar besser, wenn das Elternteil im Wartezimmer bleibt. Das Kind kann unbelasteter in die Situation hineingehen und uns mit Fragen „löchern“.

Unser langfristiges Ziel bei der Kinderzahnbehandlung ist der gepflegte, angstfreie erwachsene Patient von morgen!

Nicht nur die Psyche, auch der Zahnschmelz ist bei Kindern in besonderem Maße schützenswert. Die Substanz der Milchzähne ist relativ weich und anfällig, vor allem zwischen den Zähnen kann sich schnell und für den Laien unsichtbar eine große Karies ausbreiten. Auch der noch unreife Zahnschmelz der bleibenden Zähne sollte von Durchbruch an geputzt und speziell gepflegt werden. Es ist ferner ratsam, das Wechselgebiss und die Bissrelation von Ober- und Unterkiefer zueinander regelmäßig kontrollieren zu lassen und gegebenenfalls einem Kieferorthopäden vorzustellen.

In unserer Praxis arbeiten vier pädodontisch fortgebildete Zahnärzte und drei Prophylaxekräfte, welche hierfür eine aufwendige Zusatzausbildung erworben haben. Im gesamten Team ist Interesse und Spaß am Umgang mit Kindern vorhanden, so dass eine entspannte Behandlungsatmosphäre angestrebt werden kann.

Begünstigt wird dies durch die Raumausstattung. Unser Spiel-Wartezimmer sowie drei der sieben Behandlungszimmer sind kindgerecht eingerichtet. Das „Tierzimmer“, das „Froschzimmer“ und das „Wohlfühlzimmer“ haben an der Decke angebrachte Monitore, wo auf Wunsch Kinderfilme oder Naturaufnahmen ohne Ton für Ablenkung der Kinder und ruhigeres Arbeiten für die behandelnden Personen sorgen.

Prophylaxe

Dieser Bereich umfasst alle vorbeugenden Maßnahmen am Gebiss, angefangen bei der Schwangerschaftsvorsorge. Später folgt die spielerische Angewöhnung des Kleinkinds, dann bei den größeren Patienten Anfärben der Bakterienbeläge, Putzkontrolle, Instruktion, gründliches Reinigen der Zähne sowie anschließende Zahnhärtung. Auch die Kauflächenversiegelung fällt in diesen Bereich. Diese Leistungen werden zumeist von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und sollten in den angebotenen Intervallen in Anspruch genommen werden. Sie dienen zudem der weiteren Angewöhnung Ihres Kindes an die Situation auf dem Zahnarztstuhl.

Schwangerschaft

Die Schwangerschaft stellt eine besondere Herausforderung für den weiblichen Körper dar. Die Immunabwehr und die Straffheit der Bindegewebe sind in ihrer Funktion herabgesetzt, um den kindlichen Organismus nicht abzustoßen und sein Wachstum zu ermöglichen. Hierzu gehören auch die Mundschleimhaut und der sogenannte „Zahnhalteapparat“, das heißt, der die Zähne haltende Knochen, das Fasersystem sowie das umgebende Zahnfleisch. Hier gilt es, die bei jedem Patienten individuelle Bakterienflora im gutartigen Bereich zu halten und pathogenen Keimen den Zugang zum Zahnhalteapparat und der Zahnoberfläche zu verwehren. Gleichzeitig sollte der frisch gereinigte mütterliche Zahnschmelz mit Mineralien versorgt werden, die durch die Mitversorgung des Kindes oftmals fehlen. Auf Wunsch kann auch eine Ernährungsberatung erfolgen.

Auf diese Weise kann der im Volksmund verbreiteten Aussage „jedes Kind kostet einen Zahn“ entgegengetreten werden.

Spielerische Angewöhnung

Gerne können schon Kleinkinder bei uns vorgestellt werden. Hierbei sind Intervalle von einem halben Jahr empfehlenswert, damit das Kind sich immer wieder an den Zahnarztbesuch erinnern kann und diesen als harmlos einzuordnen weiß. Das funktioniert gut, wenn die Angewöhnung in einer Zeitspanne stattfindet, in der noch keine Probleme bestehen. Dann kann eine später eventuell nötig werdende Behandlung erfolgversprechender durchgeführt werden.

Kinderprophylaxe

Spätestens ab einem Alter von 6 Jahren setzt das „Wechselgebiss“ ein. Das heißt, dass das Milchzahngebiss mit 20 Zähnen nach und nach entweder in der Front durch 8 bleibende Zähne ersetzt wird oder dass hinter dem letzten Backenzahn des Milchgebisses ein dicker bleibender „Sechser“ kommt oder beides gleichzeitig! Wir bitten die Eltern, die Zähne ihres Kindes morgens und abends nachzuputzen und besonders auf diese ganz hinten durchbrechenden Neulinge zu achten. Ab 6 Jahren sollte das kindliche Gebiss halbjährlich beim Zahnarzt von bakteriellen Belägen gereinigt und gehärtet werden. Dem Kind wird gezeigt, wo es gut geputzt hat und wo sich noch Bakterien verstecken, die gejagt werden müssen.

In Ausnahmefällen wie zum Beispiel Kariesanfälligkeit oder häufige Scharlachinfektionen können Prophylaxesitzungen auch schon bei jüngeren Kindern eingeführt werden oder bei älteren Kindern vier statt sechs Mal pro Jahr. Diese sogenannte Prämium-Prophylaxe ist jedoch keine Kassenleistung.

Fissurenversiegelung

Sobald die „Sechser“ komplett durchgebrochen und der Zahnschmelz gereift ist, können die Furchen und Grübchen auf der Kaufläche versiegelt werden. Hierbei werden diese angefärbt, gründlich gereinigt, getrocknet und mit einem dünnfließenden Versiegelungsmaterial ganz fein aufgefüllt und dieses lichtgehärtet. Auf diese Weise sind diese tiefen Areale gegen klebrige Kohlenhydrate aus der Nahrung und anschließende Säureangriffe der Bakterien besser geschützt. Leider ist es nicht möglich, die Zahnzwischenräume entsprechend zu versiegeln. Diese stellen die zweite bevorzugte Karies-Angriffsfläche dar und müssen von den Kindern und ihren Eltern in die tägliche Zahnpflege mit einbezogen werden. Wir erklären Ihnen und Ihrem Kind, wie das vonstatten gehen kann.

Die Versiegelung der Kauflächen von Milchzähnen ist nur in Ausnahmefällen angezeigt und stellt keine Kassenleistung dar.

Zahnbehandlung

Ist doch mal ein kleiner Unfall passiert, ein Wackelzahn will nicht weichen, ein Bleibender hat Probleme mit dem Durchbruch oder ein Zahn hat ein Loch, dann muss eine Behandlung erfolgen. All die oben genannten Maßnahmen sollten dazu beitragen, dass diese fachgerecht und ohne das Kind zu traumatisieren vonstatten gehen kann.

Auf Wunsch kann die Kinderzahnbehandlung unter der bewährten und komplikationslosen Lachgassedierung durchgeführt werden. Hierfür erwerben Sie eine für Ihr Kind passende Nasenmaske, auf Wunsch mit einer bestimmten Geruchsnote. Ihr Kind atmet erst reinen Sauerstoff ein, dem portionsweise die nötige Dosis Lachgas zugeführt wird. Das Lachgas hat eine sedierende (beruhigende) und anxiolytische (angstauflösende) Wirkung. Hierfür muss das Kind nur die Nasenmaske tolerieren, was vorher trainiert werden kann. Zum Ende der Behandlung wird das Lachgas durch Gabe von reinem Sauerstoff für 3 Minuten wieder ausgeleitet und Ihr Kind ist sofort orientiert, ansprechbar und kann nachhause gehen.

Es wird bei uns die ganze Palette restaurativer Maßnahmen angeboten, welche am kooperativen Kind durchführbar sind. Falls die Mitarbeit des kleinen Patienten trotz umfangreicher Angewöhnung nicht ausreicht, kann an ein Kinderzahnheilkunde-Zentrum, überwiesen werden, wo eine Komplettsanierung in Narkose stattfinden kann.

Liebe Grüße von Ihrem Kinderzahnpflege-Team!

Download: Infobrief „Kinderbehandlung in unserer Praxis“ (PDF-Datei)