Schlecht gepflegte Zähne krank machen – ein Informationsvideo der Bundeszahnärztekammer

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https://youtu.be/2rXN21Q5E-0?list=PL-ONtbzLT7lHavxzuy8fbEER4NRz_o8Qp

Parodontitis /Parodontose

Die Entzündung des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates verläuft i.d.R. symptomlos, d. h. sie wird vom Patienten nicht bemerkt.

Allerdings sind die Folge dieser Erkrankung ein Rückgang des Zahnfleisches sowie nach einigen Jahren auch Zahnlockerungen, die im Extremfall zum Zahnverlust führen können.

Dieses Krankheitsbild wird als Parodontitis bezeichnet, früher auch Parodontose genannt.

Nach der Karies ist die Parodontitis die häufigste Ursache von Zahnverlust.
Mehr als 80 Prozent der über 35-Jährigen leiden an einer Form der Zahnbetterkrankung. Daneben bestehen zwischen einer Parodontitis und einigen Allgemeinerkrankungen vielfältige Wechselwirkungen.

Wie entsteht eine Parodontitis?

Die Parodontitis wird, wie die Gingivitis, durch bakterielle Plaque ausgelöst. Wie auch bei der Gingivitis werden aus dem Biofilm bakterielle Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte freigesetzt, die Abwehrreaktionen des Körpers auslösen. Durch Mechanismen, die noch nicht vollständig geklärt sind, kommt es im Verlauf der Erkrankung zum Übergang von der Gingivitis zur Parodontitis.

Bei der Gewebszerstörung spielt das eigene Immunsystem die Hauptrolle – es versucht, die Bakterien zu beseitigen. Diese Immunantwort besteht aus einer vielfältigen Abfolge von Reaktionen und Aktionen, bei der viele verschiedene Entzündungsstoffe und -zellen beteiligt sind. Unter anderem werden Enzyme gebildet, die die Bakterien zerstören sollen, jedoch auch zu einer Zerstörung von Kollagen führen. Das führt letztlich zum Verlust von Bindegewebe und Knochen.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Parodontitis?

Viele Patienten wissen nicht, dass entzündetes Zahnfleisch und ein entzündeter Zahnhalteapparat Auswirkungen auf den ganzen Körper hat, da ein entzündeter Zahnhalteapparat die Eintrittspforte für bakterielle Stoffwechselprodukte und Entzündungsbotenstoffe darstellt.

Nach neueren Untersuchungen scheinen 30 Prozent der Bevölkerung für Parodontalerkrankungen genetisch empfänglich zu sein. Schlechte Mundhygiene steigert ebenso das Risiko einer Zahnbetterkrankung wie das Rauchen.

Auch Stress, unausgewogene Ernährung, Immunstörungen und Diabetes (Zuckerkrankheit) sind Risikofaktoren. Diabetes insbesondere dann, wenn der Zuckerspiegel nicht richtig eingestellt ist. Beispielsweise ist das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden bei Parodontitiserkrankten doppelt so hoch.

Ist der Verlauf einer Parodontitis immer gleich?

Es gibt ganz unterschiedlich verlaufende parodontale Erkrankungen. In den meisten Fällen handelt es sich um ein chronisch schubweise verlaufendes Geschehen, das vorwiegend bei Erwachsenen auftritt und erst nach Jahren zu Zahnlockerungen führt.

Daneben gibt es aber auch aggressive Formen, die rasch zu umfangreichem Knochenverlust führen und manchmal auch schon im Kindesalter auftreten. Ursachen dieser selteneren aggressiven Formen sind entweder besonders aggressive Erreger und/oder eine nicht funktionierende lokale Abwehr der bakteriellen Reize.

Wir legen besonders Wert auf ein gesundes Mundhöhlenmilieu und testen jeden Patienten in regelmäßigen Abständen auf diese Erkrankung und leiten, sofern nötig, entsprechende Therapiemaßnahmen ein.

Wie wird eine Parodontitis behandelt?

Die Behandlung der Parodontitis richtet sich vor allem nach Art und Schwere der Erkrankung. Wichtig für den Erfolg der Behandlung ist der Wunsch des Patienten, seine Zähne zu behalten und seine Motivation, den Anweisungen für eine optimale Pflege zu folgen.

Das Spektrum der verschiedenen Behandlungsmethoden reicht von der Professionellen Zahnreinigung bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Hauptziel jeder Behandlung ist es, die Bakterienmenge zu reduzieren und so den Entzündungsreiz zu beseitigen.

Welche Rolle spielt die regelmäßige Nachsorge (Recall)?

Von ganz entscheidender Bedeutung für den langfristigen Behandlungserfolg ist die Art der Nachsorge.

Regelmäßig müssen das Behandlungsergebnis überprüft und der momentane Zustand des Zahnfleischs kontrolliert werden. Defizite in der Mundhygiene können dabei frühzeitig entdeckt und behoben werden. Ebenfalls werden die Verschlechterungen der Situation oder ein Neuauftreten der Parodontitis frühzeitig erkannt.

Mit einer guten Nachsorge steht und fällt der Erfolg bei der Behandlung einer Parodontitis. Sie ist wichtiger als die Frage, welches Therapieverfahren eingesetzt wurde.

Quelle: Bundeszahnärztekammer – www.bzaek.de