Wurzelkanalbehandlung

Aufbau und Anatomie der Zähne

Schauen wir in unsere Mundhöhle, so sehen wir von den Zähnen nur einen kleinen Anteil, die natürliche Zahnkrone.
Doch ähnlich wie bei einem Eisberg, liegt der Großteil unter der Oberfläche. Die Zahnwurzel dient zur Verankerung des Zahnes im Kieferknochen.

Im Inneren des Zahnes liegt die Zahnhöhle, die mit dem Zahnmark, in der Fachsprache auch „Pulpa“ genannt, gefüllt ist.

Die „Pulpa“ besteht aus Nervenfasern, Blut- und Lymphgefässen sowie Bindegewebe.

Wie entsteht eine „Nerventzündung“? (Entzündung der Pulpa)

Durch einen tiefen Kariesdefekt, zum Beispiel durch eine über die Jahre undicht gewordene Füllung, aber auch durch Risse im Zahn oder das Abbrechen von Teilen der klinischen Zahnkrone kann es zu einem Eindringen von Bakterien in die Pulpa kommen.

Wenn Kariesbakterien in die Pulpa eindringen kommt es zu einer Entzündung des Pulpagewebes. Der Zahn reagiert dann schmerzempfindlich auf Kälte und/oder Wärme – diese Schmerzen können auch ohne einen äußerlichen Reiz plötzlich auftreten und lange andauern.

Manchmal bleibt eine Entzündung der Pulpa jedoch auch unbemerkt und wird durch Zufall auf einem Röntgenbild oder durch einen Sensibilitätstest entdeckt.

In jedem Fall ist jedoch eine Behandlung der Pulpa dringend erforderlich!

Folgen einer unbehandelten „Nerventzündung“

Erfolgt die Behandlung nicht, so können die Bakterien die gesamte Pulpa zerstören und sich auf den umliegenden Kieferknochen ausdehnen.

Dadurch kommt es zur Auflösung von Knochenstrukturen und in besonders dramatisch verlaufenden Fällen, zu einer eitrigen Entzündung des Knochens.

Dies kann soweit gehen, dass es zu einer allgemeinen Schwächung des Immunsystems kommt – man fühlt sich matt und erschlagen.

Ein besonderes Risiko besteht darin, dass diese Entzündungen auch an andere Stellen im Körper „verschleppt“ werden können und zu Erkrankungen entfernter Organsysteme führen können.

Will man den Zahn behalten und die Entzündung beseitigen so hilft nur eine fachgerechte, nach aktuellen Stand der Medizin durchgeführte Wurzelkanalbehandlung.

Die moderne, fachgerechte Behandlung von Wurzelkanälen

Durch den medizinischen Fortschritt hat die Wurzelkanalbehandlung Ihren Schrecken verloren.

Moderne Wurzelkanalbehandlungen bieten heutzutage die Möglichkeit Zähne, die noch vor Jahren nicht therapiert werden konnten, erfolgreich zu behandeln und langfristig zu erhalten.

Das Behandeln und Füllen von Wurzelkanälen gehört sicherlich zu den schwierigsten und anspruchvollsten Behandlungen in der Zahnmedizin und sollte daher nur von speziell fortgebildeten, im Idealfall zertifizierten, Fachzahnärzten durchgeführt werden – nur sie verfügen über das aktuelle Wissen in diesem Fachbereich, haben die notwendige Erfahrung und vor allem, die dem heutigen medizinischen Standard entsprechende Geräteausstattung, wie zum Beispiel ein Dental-Mikroskop um die feinen, teilweise versteckten, Wurzelkanäle finden zu können.

Bei der Wurzelkanalbehandlung wird das entzündete bzw. abgestorbene „Nervengewebe“ entfernt, die Wurzelkanäle desinfiziert und dauerhaft bakteriendicht verschlossen.

Wie bei allen medizinischen Therapien kann der Zahnarzt einen 100%igen Erfolg nicht garantieren.
Durch den enormen Fortschritt der Therapiemassnahmen in den letzten Jahren konnte wissenschaftlich jedoch eine Erfolgsquote von 95 % bei unkomplizierten Erstbehandlungen bestätigt werden. Die Erfolgsquote reduziert sich bei komplexe Fälle und Wiederholung der Therapie auf noch immer 80 %.

Als Alternative zu einer notwendigen endodontischen Behandlung bleibt nur die Entfernung des Zahnes – als Folge davon muss die so entstandene Lücken jedoch durch ein Implantat oder mit Hilfe einer Brücke geschlossen werden.

Der eigene Zahn ist das beste Implantat!

Falls Sie noch Fragen haben, so freuen wir uns, Sie in einem persönlichen Gespräch über die Möglichkeiten eines Zahnerhalts und den genauen Ablauf einer eventuell notwendigen Wurzelkanalbehandlung aufklären zu dürfen!